Was ist die indirekte Methode?
Die indirekte Methode – auch bekannt als „umgekehrte Methode“ – ist eine Technik, bei der die Fliesen nicht direkt auf den endgültigen Untergrund geklebt werden . Stattdessen werden sie zunächst verkehrt herum auf eine temporäre Klebefolie gelegt. Erst dann wird das gesamte Mosaik als Einheit auf den Untergrund übertragen.
Der größte Vorteil dieser Methode ist die perfekt ebene, gleichmäßige Oberfläche – alle Steine liegen exakt auf gleicher Höhe. Mit der direkten Methode ist dies deutlich schwieriger zu erreichen. Außerdem können Sie bequem an Ihrer Werkbank arbeiten und das Mosaik erst ganz zum Schluss an die gewünschte Stelle bewegen.
Diese Methode erfordert etwas mehr Vorbereitung und Geduld als die direkte Methode, aber das Ergebnis ist den Mehraufwand mehr als wert.
Was brauchen Sie?
Bevor Sie beginnen, vergewissern Sie sich, dass Sie alles griffbereit haben:
Zum Platzieren der Steine:
- Mosaikfliesen Ihrer Wahl
- Ein auf Papier gedrucktes Design/Muster
- Klebefolie (selbstklebende transparente Folie)
- Malerkrepp
- Eine Arbeitstafel
- Mosaikzange (zum Zuschneiden von Steinen)
- Pinzette (für kleine oder schwer zu platzierende Steine)
Zum Verkleben mit dem Untergrund:
- Pulverförmiger Fliesenkleber
- Wasser + ein Messbecher
- Eine Rührschüssel
- Ein Spatel oder Palettenmesser
- Ein gekerbter Klebekamm
- Ihr endgültiger Träger (z. B. MDF-Platte)
- Ein extra kleines Brett zum Herunterdrücken mit
- Holzleim oder wasserfester Leim (zum späteren Entfernen loser Steine)
Schritt 1 - Befestigen Sie die Konstruktion an der Werkbank

Drucken Sie Ihre Vorlage in der gewünschten Größe aus und legen Sie sie auf Ihre Arbeitsfläche. Fixieren Sie sie rundum fest mit Malerkrepp , damit sie beim Arbeiten nicht verrutscht. Malerkrepp ist ideal dafür: Es haftet gut und hinterlässt keine Spuren auf Ihrer Arbeitsfläche oder Ihrer Vorlage. Achten Sie darauf, dass Ihre Arbeitsfläche stabil und eben ist – das ist die Grundlage für alles.
Schritt 2 – Legen Sie die Folie mit der Klebeseite nach oben auf.

Schneiden Sie ein Stück Klebefolie zu, das etwas größer als Ihr Motiv ist – lassen Sie an allen Seiten einen Rand von 1 bis 2 cm. Legen Sie die Folie mit der Klebeseite nach oben auf Ihr Motiv. Dank der Transparenz ist das Muster gut sichtbar, sodass Sie die Steine korrekt platzieren können.
Befestigen Sie die Folie rundherum mit einem kleinen Stück Malerkrepp, damit sie sich nicht aufrollt oder verschiebt. Dies ist nun Ihre Arbeitsfläche: Die Steine haften direkt auf der Klebeseite der Folie.
Schritt 3 – Die ersten Steine legen: Beginnen Sie mit den Details.

Nun beginnt das eigentliche Mosaikarbeiten. Legen Sie die Mosaiksteine mit der schönen, glänzenden Seite nach unten auf die Folie – die Rückseite zeigt nach oben. Die Steine haften automatisch an der Klebefolie.
Beginnen Sie immer mit den Details und Konturen Ihres Entwurfs: der Umriss des Motivs, kleinen Akzenten wie einem Auge oder Schnabel und erst dann den größeren Flächen. Schneiden Sie die Steine bei Bedarf mit der Mosaikzange zurecht. Arbeiten Sie ruhig und präzise – was Sie jetzt sehen, ist die Rückseite, aber die später sichtbare Vorderseite zählt!
Schritt 4 – Füllen Sie das gesamte Design und den Hintergrund aus.

Fahren Sie mit dem Ausfüllen des Musters fort. Schneiden Sie die Fliesen bei Bedarf mit der Mosaikzange auf die richtige Größe zu, um eine saubere Passform zu gewährleisten. Sobald das Hauptmotiv fertig ist, füllen Sie den Hintergrund aus – in diesem Beispiel blaue Glasfliesen, die den Vogel umgeben.
Achten Sie auf gleichmäßige Fugen zwischen den Steinen und überprüfen Sie regelmäßig, ob alles gut mit dem darunterliegenden Muster übereinstimmt. Nehmen Sie sich für diesen Schritt Zeit: Ein sorgfältig ausgeführtes Design macht das Endergebnis deutlich schöner.
Schritt 5 – Kleben Sie die zweite Folie über das Werkstück.

Sobald alle Fliesen an ihrem Platz sind, folgt ein entscheidender Schritt: Kleben Sie eine neue Klebefolie auf die Oberseite des Mosaiks – die Rückseite der Fliesen. Drücken Sie die Folie fest an, damit alle Fliesen sicher fixiert sind.
Ihr Mosaik ist nun auf beiden Seiten mit Folie überzogen. Dadurch wird sichergestellt, dass beim Wenden und Transportieren alles an seinem Platz bleibt.
Schritt 6 – Entfernen Sie die untere Folie und legen Sie die Steine hinein.

Drehen Sie das Werkstück vorsichtig um, sodass die Rückseite der Steine nach oben zeigt . Entfernen Sie nun langsam die ursprüngliche (untere) Folie – die Folie, auf der Sie die Steine gelegt haben. Ziehen Sie die Steine vorsichtig und flach nach hinten ab, nicht nach oben.
Überprüfen Sie anschließend sorgfältig, ob alle Fliesen noch richtig positioniert sind. Haben sich Fliesen verschoben oder sind sie schief? Setzen Sie diese vorsichtig mit einer Pinzette wieder an ihren richtigen Platz. Dies ist Ihre letzte Möglichkeit, Korrekturen vorzunehmen, bevor das Mosaik endgültig verklebt wird.
Schritt 7 – Bereit für die Oberfläche

Ihr Mosaik wird nun von der zweiten Folienschicht zusammengehalten und kann auf die endgültige Trägerplatte geklebt werden. Legen Sie das Mosaik und die MDF-Platte nebeneinander, damit Sie für den nächsten Schritt alles griffbereit haben. Prüfen Sie außerdem, ob die Trägerplatte die richtige Größe hat und bündig mit Ihrem Mosaik abschließt.
Schritt 8 – Bereiten Sie die Materialien zum Kleben vor

Stellen Sie sicher, dass alle Materialien zum Kleben bereitliegen: die Rührschüssel, der Messbecher mit Wasser, das Fliesenkleberpulver, der Spachtel und die Zahnkelle. Legen Sie außerdem ein Blatt Papier oder eine Plastikfolie auf Ihre Arbeitsfläche, um den Tisch sauber zu halten.
Schritt 9 – Wasser mit dem Klebstoffpulver vermischen

Geben Sie das Wasser zum Klebstoffpulver in die Rührschüssel – nicht umgekehrt, da sich das Pulver sonst schwerer trennen lässt. Verrühren Sie alles gut mit dem Spatel, bis eine glatte, homogene Paste ohne Klümpchen entsteht.
Die richtige Konsistenz ist ähnlich wie bei Erdnussbutter: nicht zu flüssig, aber auch nicht zu fest. Zu dünnflüssiger Kleber haftet schlecht; zu dickflüssiger lässt sich schwer gleichmäßig verteilen. Nehmen Sie sich Zeit zum gründlichen Verrühren.
Schritt 10 – Den Klebstoff auf die Oberfläche auftragen

Geben Sie eine großzügige Menge Fliesenkleber auf Ihre MDF-Platte und verteilen Sie ihn mit dem Spachtel gleichmäßig über die gesamte Oberfläche . Achten Sie darauf, dass jede Ecke und jede Kante bedeckt ist – andernfalls haften die Fliesen später nicht richtig.
Schritt 11 – Den Klebekamm in einem 45-Grad-Winkel verwenden

Nehmen Sie den Leimkamm mit den Zähnen und halten Sie ihn in einem 45-Grad- Winkel zur Oberfläche. Ziehen Sie den Kamm in geraden, gleichmäßigen Linien über den Leim, um ein geripptes Muster zu erzeugen und den überschüssigen Leim zu entfernen.
Diese Rillen sind unerlässlich: Sie gewährleisten eine optimale Haftung zwischen den Steinen und dem Untergrund. Arbeiten Sie systematisch und achten Sie auf eine gleichmäßige Schicht über die gesamte Fläche.
Schritt 12 – Die Trägerfolie auf das Mosaik auflegen.

Legen Sie nun die Trägerfolie vorsichtig mit der Klebeseite nach unten auf das Mosaik. Drücken Sie nicht sofort fest – positionieren Sie zunächst alles korrekt. Achten Sie darauf, dass das Mosaik mittig auf der Trägerfolie liegt. Falls nötig, schieben Sie das Mosaik durch leichtes Ziehen an der Folie in die richtige Position.
Schritt 13 – Vorsichtig umdrehen und fest andrücken

Drehen Sie das Ganze nun vorsichtig um, sodass das Mosaik oben liegt und die schöne Seite nach oben zeigt. Drücken Sie dann mit beiden Händen fest und gleichmäßig auf die gesamte Oberfläche – oder verwenden Sie das kleine Brettchen, um den Druck gleichmäßig zu verteilen. Drücken Sie sowohl in der Mitte als auch an den Rändern und Ecken fest. Dies ist entscheidend für ein ebenes und stabiles Ergebnis.
Lassen Sie das Werkstück nun mindestens ein bis zwei Tage lang vollständig trocknen, bevor Sie fortfahren.
Schritt 14 – Entfernen Sie die letzte Folie

Sobald der Kleber vollständig ausgehärtet ist, kann das letzte Stück Folie entfernt werden. Beginnen Sie vorsichtig in einer Ecke und ziehen Sie die Folie langsam und flach nach hinten ab – ziehen Sie niemals nach oben, da Sie sonst Gefahr laufen, Steine mitzureißen.
Halten Sie die Steine mit einer Hand vorsichtig fest, während Sie mit der anderen die Folie langsam abziehen. Arbeiten Sie geduldig und methodisch von einer Ecke zur anderen.
Schritt 15 – Lose Steine wieder ankleben

Es ist völlig normal, dass sich beim Entfernen der Folie ein oder mehrere Steine lösen. Keine Panik! Kleben Sie sie einfach mit Holzleim (z. B. Collall oder einem ähnlichen Produkt) wieder an ihren Platz. Verwenden Sie eine Pinzette für die präzise Platzierung.
Das Endergebnis
Nach all diesen Schritten erhalten Sie ein wunderschönes Mosaik mit einer perfekt ebenen, professionell verarbeiteten Oberfläche . Die indirekte Methode zeichnet sich gerade durch diese ebene Oberfläche aus – alle Steine liegen exakt auf gleicher Höhe, was dem Werk ein elegantes und hochwertiges Aussehen verleiht.
Ihr Werk ist nun bereit zum Verfugen, Aufhängen oder Einmauern.
Tipps und Punkte, die Sie beachten sollten
- Gehen Sie beim Platzieren der Steine sorgfältig vor – Fehler werden erst sichtbar, wenn Sie alles umgedreht haben, also nehmen Sie sich am Anfang Zeit.
- Die rechte Seite der Perlen zeigt immer nach unten auf die Folie – dies ist das wichtigste Prinzip der indirekten Methode.
- Verwenden Sie Malerkrepp , um Ihr Design und die Folie zu fixieren – es haftet gut, hinterlässt aber keine Spuren.
- Verwenden Sie ausreichend Klebstoff auf dem Untergrund , aber nicht zu viel – zu viel Klebstoff, der zwischen die Fugen kriecht, erschwert das spätere Verfugen.
- Die Folie immer flach und nach hinten ziehen , niemals nach oben – so wird verhindert, dass sich Steine lösen.
- Lassen Sie ausreichend Zeit zum Trocknen – je geduldiger Sie in diesem Schritt sind, desto besser ist das Endergebnis.
- Für den Außenbereich : Verwenden Sie stets frostbeständige Mosaikfliesen sowie wasserbeständigen Fliesenkleber und Fugenmörtel.